Mittlerweile habe ich einige Rechner dazu gebracht, etwas weniger aufdringlich ihren Dienst zu tun. Es geht um Umbaumaßnahmen, die einen üblichen PC leiser machen sollen. Da mich einige schon danach gefragt haben, hier einige Infos zum Nachbauen.
Neben konkreten Schaltungen zum Nachbauen gebe ich generelle Überlegungen und Ideen an, die beim Umbau des eigenen Rechners bedacht werden sollten.
Hierzu gibt es Infos
- Einsatz von Kühlkörpern und Lüftern im Austausch für vorhandene oder als Zusatz
- Mikrocontroller-Lüfterregelung (d.h. abhängig von der Temperatur wird ein Lüfter automatisch nachgeregelt)
- Konzept für den kühlsten bzw. leisesten CPU-Lüfter
- weitere kleinere Ideen und Maßnahmen
Wie warm hätten Sie's denn gern?
Es läßt sich darüber streiten, wie heiß die verschiedenen Komponenten sein dürfen. Anhaltswerte sind folgende:
- CPU: Die Athlon und P4-CPUs können recht hohe Temperaturen ab (75-90° C je nach Modell). K6-CPUs beispielsweise können nur 65° C ab. Abgabeleistung und erlaubte Temperaturen für Prozessoren könnt ihr hier nachlesen. Allerdings wird üblicherweise mit einem Temperaturfühler gemessen, der mehr oder weniger gut an der CPU anliegt (auch wenn moderne CPUs einen integrierten Temperaturfühler besitzen). Die vom Board angezeigte Temperatur sollte dann z.B. maximal 55-60° C sein. Ich selbst betreibe meine (Athlon-)CPU momentan bei angezeigten 53° C. Mit einem Standardkühler war diese Temperatur schon mal bei 60° C.
- Grafikkarte: Man kann von ähnlich hohen erlaubten Temperaturen bei Grafikkarten ausgehen. Meine Grafikkarte wurde mit Standardkühler im Sommer ca. 55° C heiß. Leider habe ich keine Tabelle zu erlaubten Grafikkarten-Temperaturen gefunden.
- Festplatte: In Datenblättern steht oft "bis 55° C". Die Datenfehlerrate der Platten soll bei Verringerung um 10° C auf die Hälfte sinken (ob das allerdings relevant ist, wenn diese soweiso astronomisch hoch ist, ist die Frage). Ich empfehle maximal 50° C. Zudem muss man ja bedenken, dass es schwer fallen dürfte, eine Platte auf 40° C zu kühlen, wenn die Raumtemperatur im Sommer 30-35° C ist (bei mir durchaus der Fall).
- Innenraum: Die Gehäuse-Innenraumtemperatur sollte nicht mehr als 45° C betragen. Zu beachten ist, dass der Temperaturfühler, der für die angezeigte Temperatur verantwortlich ist, ja nur an einer Stelle mißt. Bei einem engen Gehäuse kann es durch Kabel und sonstige Bauteile auch zum Wärmestau an einigen Stellen kommen und dann lokal wärmer sein.
Welche Temperatur man durch entsprechende Kühlung nun tatsächlich anstrebt, ist auch dem eigenen Geschmack überlassen. Ich halte z.B. nichts davon, Komponenten so weit es geht herunterzukühlen, da die Lüfter dann meist sehr laut sind und die starke Kühlung die Lebensdauer auch nicht relevant verlängert (es bringt mir nichts, wenn meine CPU statt theoretischen 15 jetzt 30 Jahre hält...). Genausowenig halte ich davon, den Rechner ausschließlich passiv zu kühlen (Stichwort "lüfterloses Netzteil"), da dann lokal für einzelne Komponenten zu hohe Temperaturen (zumindest bei mir im Sommer) entstehen würden. Bei jemandem, der seinen PC in einem klimatisierten Büro stehen hat, mag das anders sein.
Falls jemand Links zu fachlich fundierten Aussagen bzgl. der Temperatur von Komponenten hat, kann er mir gerne eine kurze Mail schreiben.
ACHTUNG: Das Basteln am eigenen Rechner kann auch dazu führen, daß Teile davon durch Überhitzung oder Kurzschluß zerstört werden. Das Nachbauen der hier aufgeführten Umbaumaßnahmen findet auf eigenes Risiko statt. Vorsicht ist vor allem beim Umgang mit dem Schaltnetzteil geboten, da hier sehr hohe Spannungen auftreten. Die Stromversorgung ist also insbesondere vor dem Öffnen des Netzteils unbedingt abzuziehen!